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Dienstag, 18. März 2008, 15:01 Uhr
Kino

Sweeney Todd

Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Samstag, 23 Uhr, Spätvorstellung – eine sehr gute Zeit für einen Film wie Sweeney Todd. Das gleich vorweg: dieser Film ist sehens- und hörenswert, denn er ist eine Verfilmung des gleichnamigen Musicals von Stephen Sondheim von 1979. Das sollte man wissen. Ich habe von Leuten gehört, die den Film nur deshalb nicht mochten, weil – Überraschung – »da ja fast nur gesungen wurde« – was sagt man dazu?

Ich für meinen Teil fand’s großartig: die Musik ist wunderbar, emotional ausdrucksstark, wütend, sehnsüchtig, und der Gesang der Protagonisten, die ja in erster Linie Schauspieler sind, überraschend gut. Johnny Depp ist wie immer zum niederknien. Und so spielt und singt er sich einmal mehr direkt unter meine Haut. (Ja, ich bin ein Fan)

(thumbnail)

Der junge Barbier Benjamin Barker lebt mit seiner Frau Lucy und der kleinen Tochter Johanna im London des 19. Jahrhunderts. Der mächtige Richter Turpin findet ebenfalls Gefallen an der hübschen Frau und zerstört das Glück, in dem er seinen Rivalen mit purer richterlicher Willkür unschuldig in die Verbannung schickt. Fünfzehn Jahre später kehrt Benjamin Barker als anderer Mensch – als Sweeney Todd – nach London zurück. Er erfährt vom Schicksal seiner Frau und Tochter und beginnt einen grausamen Rachefeldzug …

Die Bilder des Films sind düster, sehr düster, so wie man sich das allenfalls mit Öllampen beleuchtete London dieser Zeit vorstellen mag. Selbst tagsüber ist es kaum nennenswert heller, bedeckter Himmel, grau in grau. So finster ist es auch um die gequälte Seele von Benjamin Barker bestellt, der an den Ort seiner Tragödie zurückkehrt – einer Tragödie, die man sich eigentlich kaum wirklich vorstellen mag – kaum vorstellen kann, ohne dass es einem richtig weh tut – einer Tragödie, die sich letztlich noch selbst übertrifft.

Vor dieser dunkelgrauen Kulisse findet sehr kontrastreich die blutige Rache von Sweeney Todd statt. Der Film ist wirklich sehr blutig – eine Eigenschaft, die ich normalerweise nicht sonderlich schätze – aber eine Kehle, die vom sicher geführten Rasiermesser eines Barbiers durchtrennt wird ist nunmal eine blutige Angelegenheit. Und solcher Kehlen gibt es viele …

Tatsächlich habe ich mich vor dem Film gefragt, ob ich in der folgenden Nacht möglicherweise das Licht anlassen werde. Nun, das war nicht nötig, aber dennoch hat mich der Film die ganze Nacht beschäftigt (und den Tag darauf). Nur sind es nicht die blutigen Szenen, die mich aufwühlen. Es ist die tragische Geschichte, der Schmerz von Sweeney Todd, den man nach dem Kino mit nach Hause nimmt …

Rest now, my friend,
Rest now forever.
Sleep now the untroubled
Sleep of the angels …

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Unkommentiert

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